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…uff…

12 Apr

Metapher, Phrase, unpassend Beispiel ?

Mhhh keine Ahnung, ist auch im Prinzip egal … Luft machen durchs schreiben ist doch das was relevant ist, oder

das sortieren, wenn man es in Worte kleidet…

Kennst du das ?

Immer hast du allein entschieden, auch wenn die eigentlich ja gar nicht allein warst.

Es fing mit nebensächlichen Dingen an, wie die Farbe der Wände und hörte bei

Entscheidungen wie Umzug auf. Natürlich ließe sich noch unendlich viel mehr auflisten,

aber es ist doch Kern der zählt. Dieses du machst das schon…, ja passt schon (Hauptsache

du bist beschäftigt und lässt mich mein Ding machen)…

Wenn du das nur ein paar Wochen mitmachst, kein Problem, dann kannst du das wieder abstellen.

Aber was ist wenn du das über Jahre machst … dann ist es so weil du das ja gar nicht anders kennst.

Und dann ändert sich die Situation…

Und auf einmal bringt eine Sache ein Gefühl mit sich, was dich total verunsichert.

Du weißt wie die Schritte in die eine Richtung aussehen, du weißt wie die Schritte in die

andere Richtung aussehen. Und du bist unfähig zu gehen. Nicht weil du nicht mehr in der

Lage bist etwas zu entscheiden, sondern weil du es nicht mehr allein willst. Aber du kennst

die Dinge beider Wege, der andere nicht. Du weißt was beide Wege bedeuten, was man dafür

auf sich nehmen muss. Und bist noch mehr verunsichert…

Und noch schlimmer… du merkst das was alles überwiegt ist das Gefühl, das du für den anderen

hast. Es ist kein mögen, es ist kein lieb haben… es ist lieben.

Du weißt du hast diesen Menschen

tausende Male geküsst,

und doch noch nicht genug,

Du hast hunderte male in seinen Armen geschlafen,

und doch noch nicht genug.

Du hast tausende Male in seine Augen geschaut und sein Gesicht betrachtet,

und doch noch nicht genug.

Du hast hunderte Male mit ihm gelacht,

und doch noch nicht genug.

Du hast mit ihm geweint,

und jede Träne aus seinen Augen tat dir weh,

weil du diesen Menschen lieber lachen siehst.

Du hast mit ihm Pläne,

die du nur mit ihm hast,

und die du nur an seiner Seite erfüllen wirst,

weil es eure Pläne sind.

Ohne ihn sind sie nichts,

und wenn es eine Ewigkeit dauert bis sie erfüllt sind,

nur mit diesem anderen Menschen wirst du es auch tun.

Du hast mit ihm hunderte Nächte und hunderte Tage verbracht,

und doch sind es noch nicht genug.

Und dann kommt diese Gabelung… die verunsichert…

Du fühlst dich so hilflos. Jeder der Wege ist endgültig,

aber hättest du selber weniger Wissen, wäre es einfacher,

nicht viel, weil du immer noch nicht alleine entscheidet,

aber du wüsstest eben nicht wie die Wege sind.

Würdest du nicht darüber nachdenken wie dieser andere Mensch,

dieser für dich so besondere Mensch damit umgehen könnte.

Wie er sich damit fühlt. Wissen ist manchmal einfach nur die Hölle,

weil es dich davon abbringt aus dem Bauch heraus zu entscheiden.

Und das wo du im Prinzip schon irgendwie der glücklichste Mensch

auf der Welt bist, weil der andere an deiner Seite steht.

Und du weißt das es richtig ist das er da ist,

weil du es dir ohne ihn nicht mehr vorstellen kannst.

Weil du dich auf einmal ganz fühlst…

…uff…

Und wieder die Unsicherheit die nach dir greift, weil du dich in diesem Moment, wo du weisst er hat dir in diesem Moment geschrieben, fragst ob er diese Worte lesen soll… und trotz der Unsicherheit weisst du das du ihn diese Worte lesen lassen wirst, weil ihr auch das gemeinsam habt, das ihr Dinge immer erst einmal allein in euren Köpfen ausmacht… weil ihr es noch nicht anders könnt, weil es Zeit braucht, das was man immer allein gemacht hat, auf einmal zu zweit zu machen…

…uff…

 

 

 

 

 

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Weil Bücher etwas tolles sind …

25 Mrz

Aus „Zum laut und leise lesen“ (Peter Härtling), ich weiss noch wie ich das Buch zu meiner Einschulung bekam und es kaum erwarten konnte es lesen zu können…

>>> Das ist Tanz, verstehst du ? <<<

Ich kenne einen Mann.der hat einen seltsamen und auch seltenen Beruf:ertanzt. Er ist Tänzer. Er tanzt aber nicht Beat oder Rock oder Boogie in Discotheken,sondern auf der Bühne,im Theater. Er hat in vielen Jahren tanzen gelernt. Da gibt es feste Figuren,sie sich wiederholen und doch immer ein neues Gefühl ausdrücken. Die Tänzerinnen wiederum springen. Manche von ihnen,die großen,können sogar fliegen. Sie springen sehr hoch und halten dann für einen Augenblick oben an. Für einen winzigen Augenblick scheint es, als sei der Mensch gar nicht an die Erde gebunden.Dieser Augenblick macht die Zuschauer und den Tänzer glücklich.

Von diesem erzählt oft auch mein Freund,der Tänzer.Er heißt John.Er tanz nicht nur,sondern erfindet Tänze.Das nennt man Ballette.Von morgens bis abends arbeitet er mit Tänzerinnen und Tänzern in einem Saal,der,betritt man ihn das erste Mal,jeden überrascht. Eine Wand nämlich ist ein einziger großer Spiegel. Sind die Tänzer so eitel, daß sie sich dauernd sehen wollen ? Sie wollen sich tatsächlich sehen,doch nicht aus Eitelkeit.Sie wollen sehen,wie sie sich bewegen,jede kleine Geste,jeden Sprung,jede Umdrehung.

Das ist schön,so zu arbeiten,sagt John.Plötzlich merkt man,das man mit seinem Körper reden kann. Im Tanz spricht man ja nicht auf der Bühne.Also müssen wir mit dem Körper sprechen. Jede Bewegung wird gewissermaßen zu einem Wort. So ist das. Und das ist eigentlich die älteste Sprache, die der Mensch kennt, sagt John,besessen von seiner Kunst.

Du übertreibst ganz schön,sage ich.

Du hast eben nicht nachgedacht,erwidert er. Ganz zu Beginn unserer Geschichte, als der Mensch noch Jäger war,hat er schon getanzt. Aus Freude oder aus Trauer. Und im Gruppentanz zeigte man sich,daß man zusammen gehört. In Afrika gibt es das noch,bei den Indios,doch auch in Griechenland,in Jugoslawien,selbst bei uns – überall, wo die Erinnerung an früher noch stark ist.

Sicher, der Tanz gehört zum Menschen,sage ich,nur ist der Gesellschaftstanz,der Schwoof,wie wir ihn kennen,nicht mit dem Tanz zu vergleichen,den du meinst.

Doch,da steckt das auch drin,sagt er.Paß auf,ich erzähl dir eine Geschichte,und mit der will ich dir erklären,was ich unter Tanz verstehe.Ich war vor ein paar Wochen in einer Kneipe in  der Altstadt,stand an der Theke,trank ein Bier.In diese Kneipe kommen vor allem ausländische Arbeiter:Türken, Spanier,Italiener,Griechen. Da kam ein alter Mann herein. Er hatte wirres weißes Haar,war klein,gedrungen,ging schon ein wenig nach vorn gebeugt.Er stellte sich neben mich an die Theke – und da bemerkte ich,daß er weinte.Lautlos. Die Tränen rannen ihm einfach aus den Augen über die Backen. Ich wollte ihn ansprechen,traute mich jedoch nicht. Wahrscheinlich hatte er eine traurige Nachricht bekommen. Vielleicht war ein ihm lieber Mensch gestorben. Oder er hat seine Arbeitsstelle verloren. Niemand wagte es,ihn anzusprechen. Mit einem Mal geschah es. Die Musikbox spielte ein griechisches Lied.Zaghaft fing der alte Mann an, sich zu bewegen. Er stieß sich von der Theke ab,hob die Arme, noch immer weinend, machte einige Tanzschritte. Ein Kreis bildete sich um ihn. Nicht einer dachte daran,mitzutanzen. Sie sahen ihm schweigend zu. Immer heftiger tanzte er. Jetzt klatschten die Zuschauer in die Hände. Ich auch. Ich war völlig gebannt von diesem wunderbaren Tanz. Er drückte alles aus. Die große Trauer. Den heftigen unstillbaren Schmerz. Ich sah nicht mehr den alten Mann, ich sah den Menschen, über den Unglück gekommen war und der die Macht hatte, es auszudrücken. Im Tanz. Er redete im Tanz mit sich und mit uns. Und alle verstanden ihn. Er tanzte lange,in Schweiß geratend,heftig atmend. Als er fertig war,trat ein jüngerer Mann auf ihn zu, legte ihm den Arm um die Schulter und konnte zärtlich zu ihm sein, ihn trösten.

Das ist Tanz, verstehst du ?sagte er.

Ich verstehe dich John.